Architektur

Bodenseestadion

Max Gsell

Architektur Master

Prof. Oliver Fritz

ausgestellt im 3. Obergeschoss

Das Bodenseestadion, einst ein bedeutender Austragungsort für große Sportereignisse, hat im Laufe der Jahre seinen ursprünglichen Glanz verloren. Heute wird das Stadion nicht mehr durch Sportgroßveranstaltungen gefüllt, sondern durch kulturelle Events wie das Campus Festival. Seit längerer Zeit stellen sich Behörden, Anwohnerinnen und Veranstalterinnen die Frage: Was passiert mit dem Stadion, das sich im Nutzungswandel befindet und aufgrund seiner baulichen Situation in einem zunehmend kritischen Zustand ist? In meiner Thesis möchte ich eine Antwort auf diese Frage finden.

Aktuell ist das Bodenseestadion aufgrund von Sicherheitsauflagen nur schwer nutzbar. Wenn Veranstaltungen stattfinden, sind die Kosten für Sicherheitsauflagen und die Instandsetzung der Infrastruktur so hoch, dass sie in den sechsstelligen Bereich für allein die Grundversorgung mit Starkstrom und Toiletten überschreiten. Daher lohnt es sich nur, Events mit einer großen Besucher*innenkapazität von 25.000 Personen zu veranstalten und das Stadion bis an seine Grenzen auszufüllen.
Unter dem Konzept „Einfach mehr“ habe ich mir die Aufgabe gesetzt, das Bodenseestadion wieder nutzbar zu machen und dabei die bisherigen Nutzungen beizubehalten und sie mit einfachen Mitteln zu ergänzen. So könnte das Stadion für die Konstanzer Bevölkerung und Gäste wieder einen großen Mehrwert bieten, denn die Lage und die Größe am Bodensee sind einzigartig. Aktuell wird dieses Potenzial leider nicht ausgeschöpft und eher aus Sicht der Stadt als Last gesehen.

In meinem Entwurf habe ich das Stadion mit zwei Riegeln ergänzt. Der erste Riegel ersetzt die baufällige Tribünenüberdachung und ergänzt die Nutzung als Überdachung mit einem vielseitig nutzbaren Gebäude „Open Factory“. Die zwei oberen Geschosse sind Mietflächen für Vereine, Gewerbetreibende, Künstler*innen oder Privatpersonen. Die Räume sind als Schotten angeordnet und als nutzungsneutraler Raum geplant, der für die Mieter*innen ausgebaut wird. Unter dem Konzept „was im Rohbau nicht fest verbaut wird, kann wieder ausgebaut werden“ soll eine lange Gebäudelebensdauer durch Wandelbarkeit gewährleistet werden. Das Untergeschoss ist als offener Nutzungsriegel gedacht. Der hintere Teil ist die Gemeinschafts- und Servicefläche für die oberen Mieteinheiten. Der vordere Teil ist ebenfalls in Schotten unterteilt, in denen sich drei Toilettenstationen befinden. Die restlichen Schotten stehen als Lagerfläche zur Verfügung, z.B. für Veranstalter*innen, oder als Lagerfläche für Seezugang wichtige Vereine oder Einrichtungen. Die Schotten dienen auch als Servicestation bei Veranstaltungen für Getränke- und Lebensmittelversorgung. Die Auskragung ersetzt die Tribüne stützenfrei und bei Schlechtwetter-Veranstaltungen können die fahrbaren Tribünenelemente dort untergestellt werden.

Der zweite Riegel ist die Multihalle. Sie überbaut die bestehende Tartanbahn, unterbricht sie aber nicht. Im Winter können dann die Falltüren der Halle geschlossen werden, sodass Sport- oder Kulturveranstaltungen auch im Winter im Bodenseestadion stattfinden können. Die obere Etage kann als Ergänzung zum angrenzenden Hörnle-Bad gesehen werden, das bereits viele tolle Freizeitangebote hat. Besonders an der oberen Etage ist die weite Seesicht und die ganzjährig nutzbare Freizeitfläche. Wenn im Winter das Hörnle-Bad symbolisch die Tore schließt, also keine Gastronomie mehr betreibt und alles abgebaut wird, kann die obere Etage als Winter-Hörnle-Bad gesehen werden, wo sich weiterhin Leute treffen und gemeinsam Freizeitaktivitäten nachgehen können.

Abgerundet wird mein Entwurf mit den verschiebbaren Modulen wie Tribüne, Pavillon und Treppe. Mit diesen kleinen Elementen soll das Bodenseestadion einfach umformbar sein. So können die Tribünenelemente als Abgrenzung für Großveranstaltungen genutzt oder in die Multihalle geschoben werden, um Konzerte unter Dach als Sitzbereich zu ermöglichen.

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